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Flouer a Gaart an der Bléi – Netzwerk Blühende Landschaft - eng Aktioun fir Beien a Päiperlécken

Beie brauche Blummen

Bienen in Not

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Bei einem Spaziergang durch die Feldflur wird so manch aufmerksamem Beobachter auffallen, dass kaum noch Bienen und Schmetterlinge zu sehen sind.

Der Grund für ihr Verschwinden liegt im Verlust eines Großteils ihrer Nahrungsgrundlagen. Durch eine immer frühere und immer häufigere Mahd gelangen nur noch wenige Wiesenkräuter zur Blüte. Sind Raps, Obst und Löwenzahn verblüht, kommt es zu einem, zum Teil bestandesbedrohenden Rückgang des Nahrungsangebots.

Dabei sind Bienen uns Menschen überaus nützlich. Nicht nur weil sie uns Honig liefern, sondern auch, weil sie zusammen mit anderen blütenbesuchenden Insekten durch die Bestäubung von Obst und Feldfrüchten zu einer reichen Ernte beitragen. Eine Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen sind zur Vermehrung auf Insektenbestäubung angewiesen. Ohne Bienen, Schmetterlinge und Co. wäre unsere Natur um ein Vielfaches ärmer.

Unser Projekt Flouer a Gaard an der Bléi schließt sich dem deutschen „Netzwerk Blühende Landschaft“ an. Das Haus vun der Natur möchte auch in Luxemburg die Situation für viele Pflanzen, Insekten und andere Tiere, die auf eine vielfältige Landschaft angewiesen sind, verbessern.

Das einförmige Grün und die Artenarmut der Äcker und Grünlandflächen müssen wieder durch Blütenpflanzen bereichert werden. Die Initiative Flouer a Gaart an der Bléi will nicht nur eine Interessensgemeinschaft für Insekten sein. Das Netzwerk zielt auch auf die Steigerung der Lebensqualität von Tier und Mensch. Wenn aus monotonen Produktionsflächen wieder eine blühende Kulturlandschaft wird, dann ernährt die Landwirtschaft nicht nur uns Menschen.

Wildbiene auf Hahnenfussbluete Oregano mit Ochsenauge Wildbiene

Flouer a Gaart an der Bléi hat sich folgende Schwerpunkte gesetzt:

  1. Auf die Notlage von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co. aufmerksam machen. Auf die Verarmung des Grünlandes und der Ackerflora hinweisen: von den in Deutschland nachgewiesenen 547 Wildbienenarten stehen bereits mehr als die Hälfte auf der Roten Liste. Den rund 300 Wildbienenarten in Luxemburg geht es nicht besser.
  2. In der Landwirtschaft Mischfrucht, Untersaaten und Zwischenfrucht promovieren: Auch die Wasserbelastung kann durch Misch- und Zwischenfrucht verringert werden: der Nitrateintrag in die Oberflächengewässer und das Grundwasser kann bis zu 22%, der Phosphateintrag bis zu 50 % verringert werden.
  3. Mit blütenreichen Ackerrandstreifen und Hecken den Insekten in der Landwirtschaft einen Lebensraum bieten: Im Durchschnitt stieg der Anteil an Hektar pro Landwirtsbetrieb von 10,61 im Jahr 1950 auf 52,31 im Jahr 2003. Dies bewirkt, dass die Felder immer größer werden. Da die moderne Agrikultur Ackerwildkräuter aus den Saaten vollständig entfernen kann, wachsen in den Kulturfeldern keine Blumen wie Kornrade und Kornblume mehr. Wildbienen fliegen oftmals nur wenige hundert Meter weit und sind in diesem Umfeld auf ein bestimmtes Angebot an Futterpflanzen angewiesen. Für diese Wildbienenarten bedeuten hektarweite Monokulturen den sicheren Tod.
  4. Biobetriebe als Vorreiter im Naturschutz: Auf Feldern, die biologisch bewirtschaftet werden, leben doppelt so viele blütenbesuchende Insekten, da Ackerwildkräuter viel häufiger sind.
  5. Beratung für farbenfrohe und blütenreiche Gärten und Balkone: Baumärkte bieten einen immer weniger attraktiven und vor allem einseitigen Standard an Blütenpflanzen an. Viele Blumen aus Bauerngärten oder Wildstauden findet man nicht mehr in diesem Angebot. Diese Blumen haben aber oft das attraktivste Nektar- und Pollenangebot für Insekten. Auch dem menschlichen Auge geht mit dieser Monotonie auf Balkonen und in Gärten an Farbe und Inspiration verloren.
  6. Gemeinsam müssen Landwirte, Gärtner, Imker, Naturschützer, Berater, Verbraucher, Wissenschaftler und Landschaftsplaner neue, insektenfreundliche Konzepte entwickeln.
  7. Eine blühende Landschaft soll gestaltet werden, in der Menschen und Tiere sich wohl fühlen können.
  8. Menschen sollen zum Handeln ermutigt werden, überall - auch auf dem kleinsten Fleckchen eigener Erde - eine Blühende Landschaft zu schaffen.

Wie kann konkret Bienen, Schmetterlingen und Co. geholfen werden?

Optimal für Bienen ist die sogenannte „Staffelmahd“, d.h. das zeitlich versetzte Mähen der Wiesen. In der modernen Landwirtschaft ist jedoch ein früh einsetzendes und häufiges Mahdregime zur Gewinnung von Silage häufig unumgänglich. Eine einfache Maßnahme um dennoch ein gewisses Nahrungsangebot für Bienen und Schmetterlinge zu erhalten, ist das Belassen von Randstreifen, die nur jedes zweite Mal gemäht werden.

Auch auf den Feldern kann für Bienen einiges getan werden. Bienenfreundliche Untersaaten aus Weiß- und Inkarnatklee und der, am besten frühzeitige, Anbau von Buchweizen, Ölrettich, Senf, Rübsen, Sommerwicken oder Phacelia als Zwischenfrucht helfen vielen blütenbesuchenden Insekten Nahrungsengpässe zu überbrücken.

Es sind aber nicht nur die Landwirte gefordert. Auch Gemeinden können einen wichtigen Beitrag leisten. Da Grünanlagen, Weg- und Straßenränder in der Regel nicht zur Gewinnung von Silage genutzt werden, besteht kein Grund, diese bereits Mitte Mai zu mähen. Vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten sind Wegraine häufig das letzte Refugium vieler Blütenbesucher. Deshalb sollten diese Bereiche nach Möglichkeit erst ab Mitte bis Ende Juni das erste Mal gemäht werden. Die nächste Mahd sollte dann frühestens nach 8 Wochen erfolgen.

Das gleiche gilt für öffentliche Grünanlagen und Verkehrsinseln. Auch hier ist eine frühe Mahd nicht immer erforderlich. Dort wo Wiesen als Spiel – oder Liegewiesen genutzt werden, ist das Belassen von Blumeninseln eine attraktive Maßnahme – nicht nur für Bienen. Blumenreiche, „wilde“ Wiesen erhöhen gleichermaßen den Abenteuercharakter von Kinderspielplätzen und das Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten.

Auch in Vorgärten und Gärten leisten Blumeninseln einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Bienen und Schmetterlingen. Weitere Maßnahmen, die jeder Einzelne leisten kann, sind das Belassen von Wildnis- oder Unkrautecken und die Wahl bienenfreundlicher Stauden. Dazu gehören viele Kräuter wie Lavendel, Ysop, Thymian und Oregano. Aber auch Korbblütler wie Alant, Astern, Ringel- und Flockenblumen sind sehr beliebt. Gänzlich ungeeignet, da der Nektar für die Bienen nicht mehr erreichbar ist, sind alle gefüllten Blumen.

Tagpfauenauge auf Sommerflieder Phacelia Blumenwiese

Bienen-Vielfalt in Luxemburg

Neben der semidomestizierten Honigbiene, die durchaus auch verwildert auftritt und dann Waben an Baumäste klebt oder leere Hohlräume (z. B. unbewohnte Spechthöhlen) besiedelt, gibt es in Luxemburg rund 300 weitere Bienenarten. Zu diesen Wildbienen gehören Hummeln und Pelzbienen; Sägehorn-, Hosen- und Schenkelbienen; Blattschneider-, Woll-, Mörtel-, Mauer- und Löcherbienen; Sand-, Schmal- und Furchenbienen; Masken- und Seidenbienen; Blut- und Wespenbienen. Sie unterscheiden sich in Farbe, Größe und Körperbau. Es gibt soziale Arten, Einsiedler und Schmarotzerbienen. Viele Arten nisten im Boden; andere in morschem Holz, Pflanzenstängeln, leeren Schneckengehäusen und Mauerritzen; einige mörteln freie Nester an Felsen, Steine, Stämme oder Zweige. Je nach Bienenart wird mit Wachs, Speicheldrüsensekret, Pflanzenwolle, Blättern, Harz, Lehm, Steinchen oder Holzpartikeln gebaut. Alle Bienen ernähren sich von Pollen und Nektar. Das beflogene Blütenspektrum zum Nektartrinken ist weitgespannt, dasjenige für das Sammeln von Blütenstaub ist bei vielen Wildbienenarten oft begrenzt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an uns

In Luxemburg wird das Projekt unterstützt von: AAT Garten und Teichfreunde, Amicale Carnica a.s.b.l., ASTA, Beiestand Huelmes, BioLabel, Biologesch Statioun SIAS – Naturzenter, d’Haus vun der Natur, Demeter Bond Lëtzebuerg, Fédération des Unions d’Apiculteurs du Grand-Duché du Luxembourg, Fondation Hëllef fir d'Natur, Kraidergaart Wanseler, Lëtzebuerger Natur- a Vulleschutzliga, LNVL – Sektioun Stad, Liga CTF – Gaart an Heem, Natura, Naturmusée, Naturpark Öewersauer, Naturpark Our, Wildbienenspezialisten.

Lungenkraut mit Pelzbiene Ackerhummel auf Elfenbeinkrokus

Aktionen des Jahres 2006

Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit

Im Laufe des Jahres 2006 wurden mehrere Zeitungsartikel veröffentlicht, welche die Öffentlichkeit über die Not der Bienen und über das Projekt Netzwerk Blühende Landschaft informierten. Außerdem wurden eine Infobroschüre zur Initiative "Flouer a Gaart an der Bléi", sowie ein großformatiges Poster erstellt. Beide sind im Haus vun der Natur erhältlich und wurden/werden auch anderweitig verteilt.

Gärtnereien und Privatleute erhielten zusätzlich Steckschilder, um bienenfreundliche Pflanzen zu kennzeichnen. Wegränder und andere große Flächen, welche mit insektenfreundlichem Saatgut bepflanzt waren, wurden außerdem durch Informationsschilder in Großformat ausgezeichnet.

Das Projekt wurde der Öffentlichkeit aber auch auf praktische Art und Weise näher gebracht: so fanden z.B. mehrere Exkursionen zu blütenreichen, bienenfreundlichen Wiesen statt. In der Hoffnung auf öffentliche Mitarbeit zur Vervielfältigung solcher Flächen wurden gratis bienenfreundliche Saatmischungen verteilt.

Internet-Pflanzenbörse

Saatgut kann man sich auch über die 2006 eingerichtete Internet-Pflanzenbörse www.beie-brauche-blummen.lu anschaffen. Hier kann jeder sich aktiv am Projekt "Flouer a Gaart an der Bléi" beteiligen und so zum Überleben unserer Insektenflora beitragen. Unter der Rubrik "Börse" können Privatleute bienenfreundliche Samen und Pflanzen erhalten und auch anbieten. Dieses Projekt kann natürlich nur mit Ihrer Hilfe funktionieren: je mehr Benutzer und Anbieter sich an der Börse beteiligen, desto mehr Saatgut wird erhältlich sein. Dies wiederum bedeutet erhöhte Pflanzenvielfalt auf den eingesäten Flächen, was den Insekten zugute kommt. Bitte helfen Sie mit!

Vorträge und Seminare

Die Imkerei ist ein Bereich der besonders stark vom Rückgang der Blütenpflanzen, der Nahrungsquelle der Bienen, betroffen ist. Daher war die Fachtagung des Luxemburger Imkerverbandes 2006 ein idealer Anlass, um einen Vortrag über "Flouer a Gaart an der Bléi - Netzwerk Blühende Landschaft" zu halten. Wie erwartet, zeigte das Publikum reges Interesse an dem Projekt.

Am 18. Juli 2006 wurde ein Seminar für Gemeindearbeiter und die Straßenbauverwaltung organisiert, um die Mitarbeiter, unter anderem, über eine insektenfreundliche Ansaat und Mahd von Wegrändern zu informieren.

Kuckuckslichtnelke Lavendel Phacelia am Wegrand Grosse Sternmiere

Aktionen des Jahres 2005

Landwirtschaft

Die Landwirte wurden landesweit aufgerufen, Stilllegungsflächen mit insektenfreundlichem Saatgut einzusäen oder nach der Haupternte eine insektenfreundliche Zwischenfrucht anzusäen. Einige Interessenten haben sich gemeldet, so dass rund 50 Hektar mit Saatgut eingesät werden konnten, das den blütenbesuchenden Insekten etwas an Nektar und Pollen zu bieten hatte.

Vier verschiedene Mischungen wurden angeboten mit folgenden Feldfrüchten:

Sommerraps, Alexandrinerklee, Hafer, Leindotter, Sommerwicke, Phacelia, Senf, Ölrettich, Buchweizen, die auch zu Futter weiterverarbeitet werden können.

Zwischenfrüchte sind besonders wichtig auf den Feldern, da nach der Rapsblüte auf landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr viel an Blüten zu finden ist. Zwischenfrüchte werden nach der Haupternte im Juli/August auf die Felder eingesät und können noch bis September in die Blüte kommen und so eine sehr wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge darstellen. Außerdem verhindern Zwischenfrüchte, dass Nitrat und aus dem Boden ausgewaschen werden und den folgenden Kulturen zur Verfügung steht. Studien haben ergeben, dass der Gehalt an Nitrat und Phosphat im Grund- und Oberflächengewässer signifikant abnimmt, wenn gezielt Zwischenfrüchte und Untersaaten auf den Feldern angebaut wird. Da wir europaweit Probleme mit zu hohen Nitrat- und Phosphat in unseren Gewässern und im Trinkwasser haben, müsste in Zukunft verstärkt in diese Richtung gearbeitet werden.

Versuchsfelder beim Haus vun der Natur

In den Anlagen rund um das Haus vun der Natur wurden einige Versuchsfelder mit insektenfreundlichen Feldfrüchten angesät. Die Aktivität und Vielfalt an Bienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen in diesen Feldern war bedeutend. Im August wurden die Felder ein zweites Mal mit denselben Früchten angesät, um so im September und Oktober den Insekten noch Pollen und Nektar anbieten zu können.

Zwischenfrucht mit Buchweizen, Inkarnatklee, Luzerne und Phacelia Alexandrinerklee Dunkle Erdhummel auf Wicke

Garten und Balkon

Auch Hobbygärtner können viel für Hummeln, Bienen und Co tun. Auf dem Fest vun der Natur am 19. Juni 2005 bot das Haus vun der Natur einigen Gewinnern Blumenkästen mit insektenfreundlichen Blumen an.

Im Familljegaart beim Haus vun der Natur wurde ein bienenfreundlicher Staudengarten angelegt. Auch hier tummeln sich eine Vielfalt von Hummeln, Wildbienen, Bienen und Schmetterlingen.

Eine Liste für insektenfreundliche Stauden erhalten Sie auf Anfrage kostenlos im Haus vun der Natur.

Insektenfreundliche Blumenmischung Dunkle Erdhummel auf Sonnenhut /Echinacea

Damit sich auch unsere Kinder noch an der Vielfalt
der Natur erfreuen können

Während zwei Aktivitäten mit Kindern Ende Mai und Ende Juli konnten wir den kleinen Teilnehmern zwischen 6 und 12 Jahren die faszinierende Welt der Insekten näher bringen. Die Kinder staunten über die Vielfalt der Hummeln und Wildbienen, die sie in den verschiedenen Anlagen des Haus vun der Natur entdecken konnten. Auch die neue Wildbienenwand beim Haus vun der Natur und das Bienenvolk, das man sicher hinter Glas im Lehrbienenstand beobachten kann faszinierten die Kinder. Eine selbst gebastelte Nisthilfe für Wildbienen konnten sie anschließend mit nach Hause nehmen.

Duftender Lavendel Abenteuerspielplatz Blumenwiese

Partner der Initiative "Flouer an Gaart an der Bléi":

Lëtzebuerger Natur- a Vulleschutzliga, LNVL – Sektioun Stad, Fondation Hëllef fir d'Natur, Natura, AAT - Garten und Teichfreunde, bio-LABEL, Naturhistorisches Museum, Naturpark Our, Naturpark Öewersauer, Biologesch Statioun SIAS – Naturzenter, Amicale Carnica a.s.b.l., Fédération des Unions d’Apiculteurs du Grand-Duché du Luxembourg, Bienenlehrstand Hollenfels, Liga CTF – Gaart an Heem, Demeter Bond Lëtzebuerg und einer Gruppe von Wildbienenspezialisten.

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