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>> Naturerlebnispfad Henri Rinnen
In der heutigen Zeit leben immer mehr Menschen in Städten, immer weniger auf dem Land. Viele Kinder haben kaum einen Bezug zur Natur, zu unserer einheimischen Tier- und Pflanzenwelt und zu den Landschaften, die uns umgeben. Dieser Verarmung der Erlebnis- und Erfahrungswelt unserer Kinder – und natürlich auch der Erwachsenen – entgegenzuwirken, ist eines der Ziele des Haus vun der Natur in Kockelscheuer. Ein Projekt des Haus vun der Natur und seiner Partner, welches hierzu beitragen soll, ist der „Naturerlebnispfad Henri Rinnen“ auf dem Gelände in Kockelscheuer. Ziel dieses Pfades ist es, das Interesse von Kindern und Erwachsenen an der Natur zu wecken. Das Konzept setzt bewusst auf die direkte Naturerfahrung, um einen individuellen Kontakt zwischen Mensch und Natur herzustellen.
Anhand von 25 Stationen soll der Naturerlebnispfad Möglichkeiten bieten, die komplexen Zusammenhänge der Natur zu „begreifen“ und zu erleben. Hierzu gehören sowohl die Wissensvermittlung auf anschauliche Art und Weise, als auch die Erfahrung mit allen Sinnen.
Daneben vermitteln verschiedene Stationen auch einen Einblick in die Schönheit der Natur und sprechen so die emotionale Seite des Menschen an. Durch die aktive Beschäftigung und konkrete Auseinandersetzung mit der Natur können Kinder und Erwachsene Freude an der Natur und eine tiefe Beziehung zu ihr entwickeln.
Dieser Naturerlebnispfad befindet sich seit Jahren in „organischem“ Wachstum, entsprechend der finanziellen Mittel des Haus vun der Natur und seiner Förderer. Eine Reihe der Stationen konnte bereits realisiert werden (Kräutergarten, Gartenarche, Weiher, Barfuss-Pfad und Bienenstand), andere befinden sich noch in der Planung.
Der Geologiepfad
Die neueste Errungenschaft ist der Geologiepfad „Von Steinen und Menschen“. Diese weitere Station des Naturerlebnispfades wurde im April 2009 in Zusammenarbeit des Haus vun der Natur und der Fondation Hëllef fir d’Natur fertiggestellt.
Die Geologie befasst sich mit dem Aufbau der Erde, der Zusammensetzung der Gesteine sowie dem Werden und Vergehen von Gesteinen und Landschaften. Die Gesteine sind das Ausgangsmaterial für die Entstehung der unterschiedlichen Landschaften, welche von uns Menschen mitgeformt wurden. Unsere Geschichte und Kultur ist somit eng verwoben mit der Landschaft und den in ihr natürlich vorkommenden Gesteinen. Seit jeher nutzt der Mensch Gesteine als Werk- und Baustoff.
All diese Zusammenhänge sind immer weniger Menschen bekannt und sie geraten, ebenso wie die aktive Zeit des „Minette“, immer mehr in Vergessenheit. Daher ist es Ziel des Geologiepfades, die wichtigsten Gesteinsformationen Luxemburgs an einer Stelle zu vereinen und auf eine anschauliche Art und Weise vorzustellen. Dies geschieht in der Tradition der « Landart » Bewegung auf künstlerische Art und Weise. Das Konzept der Gestaltung beinhaltet außerdem die Pflanzung standortgerechter Pflanzen, Sträucher und Bäume. Um das Gestein in einem geschichtlichen und kulturellen Kontext zu präsentieren, sollen auch traditionelle Einsatzmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Verwendung von Schieferplatten zum Dachdecken und Anwendungen aus dem Industriebereich angedeutet werden. So wurde beispielsweise in der Minette-Station ein Stahlträger eingebaut.
Drei der insgesamt 8 Schautafeln des Geologiepfades gehen allgemein auf die Entstehung der Gesteine und der Arten sowie die Bildung der Landschaften Luxemburgs ein. Die anderen 5 Tafeln beschreiben die ausgestellten Gesteine, ihre Entstehung und Verwendung.
Mit diesem Konzept eines Luxemburg en miniature (geologisch betrachtet), in unmittelbarer Umgebung der Hauptstadt und leicht mit öffentlichen Transportmitteln zu erreichen, erhofft sich das Haus vun der Natur, bei einer breiten Bevölkerungsschicht, Kindern und Erwachsenen, Einheimischen und Touristen, Interesse und Begeisterung für die Landschaften, aber auch für die Kultur und die Geschichte Luxemburgs zu wecken.
Zu betonen wäre, dass dieser Geologiepfad, wie auch der gesamte Naturerlebnispfad „Henri Rinnen“, nicht nur den das Haus vun der Natur besuchenden Schulklassen und Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen zugute kommt. Da er sich auf dem öffentlich zugänglichen Gelände des beliebten Naherholungsgebiets Kockelscheuer befindet, ist er auch eine willkommene informative und kostenlose Attraktion für Familien, Spaziergänger, Jogger, Nordic-Walker, Touristen und sonstige Besucher.
Die Installation des Pfades wurde durch die finanzielle Unterstützung der Œuvre Nationale de Secours Grand-Duchesse Charlotte, der Sektioun Lëtzebuerg-Stad der Lëtzebuerger Natur- a Vulleschutzliga sowie der Stadt Luxemburg ermöglicht. Der Geologiepfad ist M. Bernard SPAHN gewidmet, Vorstandsmitglied der LNVL-Sektioun Lëtzebuerg-Stad (1988-2004), dessen Nachlass eine Spende zur Fertigstellung des Geologiepfades beinhaltete. Weiterhin gebührt unser Dank den Steinbrüchen Cimalux (Rumelange), Schotterwerk Moersdorf sàrl, Carrières Feidt SA und Rinnen J.P. & fils sàrl, welche uns die Gesteine zur Verfügung stellten und der Firma Entrapaulus Construction SA, welche den Aufbau der Installationen auf dem Gelände realisierte. Die Gesteine und Stahlbauteile der Minette-Station wurden uns freundlicherweise von ArcelorMittal zur Verfügung gestellt, der Dank für den Aufbau dieser Station gebührt der Firma Severin.
Kurzbeschreibung aller geplanten (und zum Teil bereits realisierten) Stationen des Naturerlebnispfads "Henri Rinnen"
- 1. Geologiepfad
- Typische Gesteinsformationen des Luxemburger Landes werden in künstlerischer Form dargestellt.
- 2. Haut der Erde
- An einem Hanganschnitt wird die Schichtung des Bodens veranschaulicht.
- 3. Altern
- Vom Samen bis zum Baum, vom Kind bis zum Erwachsenen, Wachstum und Alter können verglichen werden. Bäumchen verschiedenen Alters werden angepflanzt. Die Kinder können das Bäumchen suchen, das zu ihrem Alter passt.
- 4. Steinhaufen
- Steine sind nicht tot, sondern bieten Lebensraum für viele Lebewesen. Der aufgeschichtete Steinhaufen zeigt auf, wie „Unordnung“ in der Natur einen Vorteil für die Entwicklung der biologischen Vielfalt bietet.
- 5. Gewürz- und Kräutergarten
- Gewürze und Kräuter laden ein zum Riechen, Schmecken und Kennenlernen. Düfte erfreuen die Sinne des Menschen, Kräuter geben die Würze für schmackhafte Speisen. Hier wird aufgezeigt, welche Kräuter für welchen Zweck gebraucht werden.
- 6. Gartenarche
- Wie kann ich einen Lebensraum für möglichst viele Lebewesen auf engstem Raum schaffen ? Die Gartenarche bietet diese Möglichkeit durch verschiedene Kleinbiotope.
- 7. Weiher
- Den Lebensraum Weiher aus der Nähe betrachten. Von einem Holzsteg aus bietet sich die Gelegenheit den Weiher mit seinen Pflanzen und Lebewesen zu entdecken.
- 8. Ameisenwanderkasten
- Einblick in das faszinierende Leben der Waldameise. Im Glaskasten befindet sich ein Ameisenvolk, das auf der Suche nach Futter und Baumaterial verschiedene Wege abläuft, die für den Beobachter sichtbar sind. So gewinnen wir eine Vorstellung von dem bunten Treiben im bestens organisierten Ameisenstaat.
- 9. Duftgarten
- Gerüche von Pflanzen verzaubern den Menschen. Pflanzen, die sich zu verschiedenen Jahreszeiten von ihrer besten Duftseite zeigen und die Menschen so mit ihrem Parfum betören, ziehen den Menschen in ihren Bann.
- 10. Blickrohre
- Ausblicke und Ansichten einmal anders. Diese Blickrohre zeigen uns eine Ausschnitt aus der Landschaft, das Detail in einer Hecke oder weisen auf einen umgefallenen Baumstumpf. Hiermit wird der Blick unseres Auge in eine bestimmte Richtung gelenkt und das eingegrenzte Blickfeld „eröffnet“ uns die Sicht für neue Details.
- 11. Barfusspfad
- Mit nackten Füßen über weiches Moos, spitzen Kies oder kaltes Gras. Die Kinder tasten mit nackten Füßen die verschiedenen Materialien ab, denen sie im Wald und in der Natur begegnen.
- 12. Spechtbaum / Totholz
- Totes Holz bietet Lebensraum für viele Tiere. Eine Vielzahl an Insekten, Spinnen und anderen
Bodentieren leben am und vom toten Holz. Kröten, Mäuse, Vögel und andere Waldtiere
nutzen dieses Nahrungsangebot.
Stellvertretend für alle Totholzbewohner zeigen wir den Specht in seinem Lebensraum. An verschiedenen Hölzern können Kinder und Erwachsene sich selbst mit spitzen Hämmern als Spechte betätigen. - 13. Vernetzung
- Das Spinnennetz zeigt uns die gegenseitige Abhängigkeit der Lebewesen. In einem großen Radnetz werden die verschiedenen „Akteure“ mit ihren Verbindungen zu allen anderen Bewohnern des Waldes graphisch dargestellt.
- 14. Baumwurzeln
- Die Baumkrone als Spiegelbild des Wurzelbereichs. Das Wurzelgeflecht eines einzelnen Baumes wird anschaulich mit Holzstückchen auf dem Boden ausgelegt und zeigt die Verbindungen mit den anderen Pflanzen auf. Der Wasserhaushalt des Waldes wird veranschaulicht dargestellt.
- 15. Jahresringe
- Ein alter Baum erzählt seine Geschichte und auch unsere Geschichte.
Schieber auf den polierten Jahresringen alter Baumstümpfe zeigen dem Betrachter sein Alter im Vergleich mit dem des Baumes. Auch interessante Daten aus der Geschichte und der Welt der Kinder werden am Baumstamm aufgezeigt. - 16. Tierweitsprung
- Vergleiche deine Sprungkraft mit Hase, Maus und Reh.
Im direkten Vergleich mit den Tieren des Waldes kann hier der Mensch seine Fähigkeiten im Weitsprung testen. - 17. Laubtunnel
- Zwanzig Jahre totes Laub ergibt eine Schicht von zwei Metern Höhe. Wer beseitigt das bloß alles? In einem Laubtunnel erfahren die Besucher, wie hoch sich das Laub in 20 Jahren ansammelt, wenn keine Bodentiere den Recyclingprozess vornehmen. Das Bodenfenster gibt Aufschluss über die Vielfalt von Zersetzern, Pilzen, Insekten und Mikroben.
- 18. Baumtelefon
- Wie kann das Eichhörnchen den Marder hören ?
In einem Baumstamm werden die Geräusche durch die Leitungsbahnen im Inneren des Baumes weitergeleitet. In einer Partnerübung probieren wir das auch aus. - 19. Liegestuhl
- Im Liegen sieht der Baumhimmel ganz anders aus, da darf geträumt werden.
- 20. Vogeluhr
- Stelle deine Uhr nach dem Gesang der Vögel.
Jede Vogelart beginnt zu einer bestimmten Tageszeit mit ihrem Gesang. An der Uhr kannst du für jede Tageszeit eine andere Vogelart entdecken. - 21. Hochpfad
- Oben in den Baumkronen fühlst du dich frei wie ein Vogel.
Auf einem sicheren Hochpfad erleben Kinder und Erwachsene den Wald aus einer ganz anderen Perspektive. Oben in den Baumkronen versteht der Besucher, wie sich ein Eichhörnchen oder ein Vogel in seinem Nest fühlen. - 22. Beobachtungshütte
- Im Schutz der Hütte lassen sich Vögel und andere Tiere mit dem Fernglas ungestört beobachten.
- 23. Klingendes Holz
- Bring verschiedene Hölzer zum Klingen.
Hölzer haben alle unterschiedliche Klangqualitäten. Auf einer Art Baumxylophon kann man das Holz zum klingen bringen. - 24. Bienenstand
- Am Bienenstand bekommen Kinder und Erwachsene einen Einblick in die wunderbare Welt der Insekten.
Bisher mussten alle Schulklassen der Stadt Luxemburg nach Hollenfels fahren, um das Thema „Bienen“ zu erleben. Ein kleiner Bienenstand auf Kockelscheuer bringt den Stadtkindern die faszinierende Welt dieser Insekten sowie die biologische Imkerei näher. - 25. Wetterstation
- Alle reden über das Wetter, wir erklären die Zusammenhänge. Die Wetterstation ermöglicht es, zu jeder Zeit Daten über Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Niederschläge zu sammeln. Tafeln über Wolkenbildung und Wolkenformationen geben einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge die unser tägliches Wetter bestimmen.







